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Am Donnerstag resp. Freitag habe ich mir ein Djembe und eine 1.80m hohe Giraffenlady gekauft. Die Giraffe wird per Post nach Hause geschickt. Wie ich das Djembe nach Hause kriege, weiss ich noch nicht... Am Samstag gaben Freshlyground, der Stolz der Kapstadter Musikszene, die sogar mit dem Mtv Europe Music Award für Best African Music ausgezeichnet wurden, ein Konzert an einem Festival in Oudekraal. Natürlich musste ich dort hingehen. Sibylle aus Oensingen kam mit und zusammen fuhren wir mit dem Zug, Minibus und schliesslich Taxi zur Location. Ich habe noch nie so einen coolen Standort für ein Festival gesehen. Die Bühne war direkt am felsigen Strand. Das Publikum sass auf den Steinen oder im Sand. Dahinter die 12 Apostel (Tablemountain und die anliegenden Berge) - einfach genial. Leider blies der Wind teilweise derart stark, dass man ihn sogar durch das Mikrofon hörte. Freshlyground liessen sich aber nicht beirren und spielten ihre südafrikanisch angehauchten Pop-Songs souverän. Mal schauen, ob der Band der Sprung nach Europa gelingt. Mowbray Kaap (der Suburb wo ich wohne) war der letzte Song (ausserdem mein Lieblingssong), der auch am besten ankam. Samstag abends hatte ich eigentlich nichts geplant. Ich musste dann aber meine Gastschwester Aimée an eine Geburtstagsparty begleiten. Die Hostmother sagte mir, dass sie weder trinken noch rauchen darf. Zuerst wollte der Türsteher mich nicht in die Party reinlassen, weil er dachte, ich wäre von einer rivalisierenden Schule. Dann kam ich aber doch noch rein. Die Party wäre nicht schlecht gewesen, sofern ich jemanden gekannt hätte. Das Haus war nicht von schlechten Eltern. Die anderen Partygäste waren wahrscheinlich alles reiche Teenager reicher Eltern. Natürlich kaufte ich Aimée an der Party trotzdem Drinks, zwei Smirnoffs zeigten dann auch schon Wirkung und sie begann, mit einem Kollegen rumzuknutschen. Das war dann wohl meine Schuld :-) Am nächsten Morgen war mir langweilig und ich entschloss mich, Museen anzuschauen. Nach dem sehr gut gemachten South African Museum und etwas Rumlaufen hatte ich aber bereits genug. Die Stadt ist Sonntags übrigens tot, niemand wohnt in der Stadt selbst, alle wohnen in den Suburbs oder in den Townships. Dasselbe Bild übrigens auch jeden Abend. In der St. Georges Mall patrouillerten nur die Securitytypen auf ihren Pferden, der Rest war ziemlich ausgestorben. Abends ging ich dann mit Aimée zum botanischen Garten in Kirstenbosch. Riesige Rasenflächen, viele Bäume, am Rand des Tablemountains. Ein genialer Platz zum Picknicken. Eigentlich wollten wir da ja Watershed (irgendsoeine weitere südafrikanische Band) schauen gehen, aber das Konzert war bereits ausverkauft. In der Ferne hörten wir aber die Band trotzdem spielen. Montags habe ichs dann auch noch zusammen mit einer neuen Studentin meiner Klasse ins District Six Museum geschafft. Der District Six ist ein Viertel, in dem zu Apartheidzeiten Farbige, Schwarze, Juden,... friedlich miteinander lebten. Die Regierung hat sie aber vertrieben, da sie im Zentrum nur Weisse haben wollten, und das Viertel schliesslich dem Erdboden gleichgemacht. Heute ist da immer noch nichts, es gibt grosse Diskussionen, was mit dem Land geschehen soll. Im Museum arbeiten Leute, die dort lebten und vertrieben wurden. Ich habe dann eine Farbige angesprochen, die im Café des Museums arbeitete: "Live used to be better in Apartheid." war ein Satz, den sie im Gespräch vorwurfsvoll sagte. Ich hakte natürlich nach, worauf sie erwähnte, dass viele neuen Gesetze nur für die Schwarzen gelte, nicht aber die Farbigen. Sie wären immer die Benachteiligten gewesen. Sie lebe nun in den Cape Flats und wird dort bleiben. Mit der momentanen Regierung ist sie überhaupt nicht einverstanden. War ein eindrücklicher Museumsbesuch! Das war wahrscheinlich mein letzter Blogeintrag vor meiner Rückkehr in die Schweiz. Die Schule macht immer noch Spass, seit heute habe ich wieder eine neue aber auch coole Lehrerin. Gesehen habe ich Vieles. Nun brauche ich noch ein paar Souvenirs. Am Mittwoch besteige ich nochmals den Tafelberg, falls das Wetter mitspielt und vielleicht gehe ich nochmals an den Strand. Momentan ist es übrigens täglich 30 Grad heiss. Cu soon in Switzerland! |